Kötschachtal - Bad Gastein - Hohe Tauern

Das rund 6 km lange Kötschachtal, ein Seitental des Gasteinertals, liegt zwischen den Bad Gasteiner Ortsteilen Bad Bruck und Kötschachtal. Das Kötschachtal wird vom Kötschachbach entwässert. Der kommt aus dem Tischlerkar und mündet in Bad Bruck in die Gasteiner Ache. Wir starteten unsere Wanderung von unserer Ferienwohnung aus, welche sich in der Erlengrundstr. in einem Auslauftal der Bad Gasteiner Arche befand. So kam es uns jedenfalls vor. Also wenn Hochwasser wäre, dann wäre unsere schöne Ferienwohnung wohl Land unter gewesen. Zunächst ging es bis Bad Bruck, ein Ortsteil der Pongauer Gemeinde Bad Gastein im Gasteinertal. Vorbei am Restaurant Bäckerwirtsgut, welches wir auf jeden Fall empfehlen können. Hier haben wir oft nach unseren Wanderungen sehr gut zu Abend gegessen. Man sollte immer vorher einen Tisch reservieren (Dorfplatz., 5640 Bad Gastein, Österreich Telefon: +43 6434 2134). Nach dem Restaurant Bäckerwirtsgut ging es über die Brücke, welche ja schon mal über den Kötschachbach führt, in Richtung Kirche. Ein erstes gelbes Wanderschild zeigte uns




Wandern im Kötschachtal in Bad Gastein
Wandern im Kötschachtal in Bad Gastein - 2021

unseren Wanderweg, mit einem rotem Punkt gekennzeichnet, links bergauf in den Wald hinein. Am kötschachtaler Talanfang fängt der gemütliche Wanderweg an. Ungefähr 2 1/2 Stunden geht man am Talboden den schön verlaufenden Weg durch den National Park Hohe Tauern. So sagt das Wanderschild. Leider war diesmal der direkte Weg durch Forstarbeiten für Wanderer gesperrt, so das wir über einen Umweg zunächst bis zum Hotel Alpenblick wanderten. Hier stießen wir gewollt auf die die geschichtsträchtige Kaiser Wilhelm Promenade. Diese sind wir dann vorbei am Denkmal des großen deutschen Kaisers Wilhelm, der wie auch viele andere Berühmtheiten die "heilenden Quellen" Bad Gastein´s nutzte. Auch vorbei an neugierigen Meißen und immer hungrigen Eichhörnchen sowie Alpendohlen, bis ins Kötschachtal über die Hauptstraße in das ausgestorbene Dorf, der Hotelanlage Grüner Baum. Dort angekommen stellten wir fest, das viele dort mit dem Auto angereist sind und die kostenlosen Parkplätze nutzten, um von hier aus ihre verschiedenen Wanderungen zu





Denkmal des großen deutschen Kaisers Wilhelm
Denkmal des großen deutschen Kaisers Wilhelm

starten. Auch die Endhaltestelle der Buslinie 555 ist hier und wird ebenfalls von vielen Touristen genutzt um ins schöne Kötschachtal zu kommen. Wir wanderten an der Hotelanlage Grüner Baum vorbei. Erzherzog Johann ließ um 1831 als großer Fan von Gastein, Sommerfrischler, Jäger und begeisterter Alpinist ein Jagdhaus im Kötschachtal bauen, das bald auch anderen Wanderern und Bergsteigern als Unterkunft diente. Das Haupthaus wurde im Jahr 1929 erbaut. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Nebengebäude hinzu: 1928 wurde das Landhaus und 1932 das Kösslerhaus gebaut, ein Stall- und Wohngebäudes (1929 - 1931) durch Baumeister Franzmair. Durch eine neu errichtete Thermalwasserleitung ins Kötschachtal (1959) wurde im Jahr 1969 der Bau eines Thermal-Hallenbades möglich. Wir wanderten die asphaltierte Straße welche bald zu einem breiten Forstweg wurde entlang. Bevor wir in den Wald eintauchen, spazieren wir am Haus eines Holzschnitzersvorbei, der die Tiere der Region detailgetreu in seinen imposanten Holzskulpturen darstellt. Das Beste aber





Bad Gastein - Kaiser Wilhelm Promenade
Bad Gastein - Kaiser Wilhelm Promenade

war seine Bierkühlung. Ein Holztrog mit ständig frischem Wasser. Als wir jetzt weiter wanderten sahen wir bereits einen hochaufragenden Granitgneisfels, die bekannte und gewaltige "Himmelwand". Darunter erreicht man auf der rechten Wegseite das gleichnamige Cafe. Als wir dort eintrafen fing es gerade an zu regnen und es war Mittagszeit. Keine Chance einen Platz zu bekommen. Hier befindet sich auch der berühmte Malerwinkel und der Luis-Trenker-Weg. Der Schauspieler und Regisseur Luis Trenker kam seit 1973 alljährlich bis zu seinem Tod 1990 ins Hoteldorf Grüner Baum im Kötschachtal. Früher befand sich am Eingang des Kötschachtals das Ölbrennergut ein altes, stattliches Bauerngehöft. Am 21. Januar 1951 wurde das Gehöft durch eine Lawine zerstört. Vierzehn Mitglieder der Familie fanden dabei den Tod und wurden am Ortsfriedhof Badbruck in einem Familiengrab beerdigt. Zum Gedenken der Opfer wurde vom 24. bis 26. Januar 1951 Landestrauer angeordnet. Das Kötschachtal wurde schon oft von Naturkatastrophen heimgesucht. Am 30. Juli 2016 kam es im Rahmen





Kötschachtal - Hotelanlage Grüner Baum
Kötschachtal - Hotelanlage Grüner Baum

eines Unwetters zu einer gewaltigen Wasserflut aus dem Tischlerkar, welche mächtig Geröll in die Hintere Prossau hinabstürzen ließ und bis zur Himmelwand am Talausgang alles verwüstete. Diese - Hochwasserkatastrophe - hat das Kötschachtal völlig verändert. Aus diesem Grund baut die Gemeinde Bad Gastein seit 2017 einen Schutz für die Gemeinden Bad Bruck und Kötschachtal vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Ein breiter, mäßig steiler Forstweg führt durch das Kötschachtal in die Prossau, zum Alpengasthof Prossau (1278 m). Es geht vorbei an der gewaltigen Himmelwand vorbei. Meist durch den Wald spazierten wir immer entlang der Kötschacher Ache mit ihren Gumpen, geschliffenen Steinen und seinen rauschenden Wasserfällen. Zur Hälfte der Wegstrecke lichtet dich der Wald und man hat einen herrlichen Ausblick auf den Bocksteinkogel und der sich dahinter befindlichen Tischlergruppe mit dem Tischlerkarkee und dem Tischlerkarkgastein-im-bild.infoopf (3002m). In südlicher Richtung kann man den Hüttenkogel und den Graukogel erkennen.





Himmelwand - Kötschachtal in die Prossau
Himmelwand - Kötschachtal in die Prossau

Immer wieder taten sich wunderschöne Bergpanoramen vor uns auf, bis wir das Gasthaus Prossau erreichten. Bei schönem Wetter ist die gemütliche Terasse des Alpenhaus Prossau, von der man die verschiedenensten Naturfaszinationen beobachten kann sehr zu empfehlen. Unser Wanderwetter war leider nicht so prickelnd. Regnerisch und trüb. Wir setzten uns ins Gasthaus rein und wurden auch herzlichst vom Wirt begrüßt und platziert. Hier werden Spezialitäten wie Schweinebraten, Bauernschmaus, geräucherte Forellen, frische Forellen (im Sommer), Hirsch (im Winter) und Apfelstrudel sowie Topfenstrudel serviert. Wir tranken ein Radler und aßen einen sehr guten Topfenstrudel mit Waldbeeren. Beim Alpengasthof Prossau lohnt es sich, auf dem Waldweg kurz nach Süden in die Hintere Prossau zum Talschluss zu wandern. Einem eindrucksvoller Talkessel mit steilen Wänden und viele imposanten Wasserfällen, die aus dem Tischlerkar mit seinem Gletscher herabstürzen. Über die steinige und stark ausgewaschene Forststraße geht es steil bergauf ehe man eine Lichtung erreicht.





Nationalpark Hohe Tauern - Kötschachtal - 2021
Nationalpark Hohe Tauern - Kötschachtal - 2021

Man befindet sich in der Kernzone des Nationalpark Hohe Tauern und hat von hier aus einen wunderbaren Blick auf die 7 Wasserfälle aus dem Tischlerkar und die ringsum steil aufragenden, düsteren Felswände der Tischlergruppe. Zurück ging es dann den gleichen Weg den wir gekommen sind. Sie können die Prossau nicht nur zu Fuß als Wanderung erreichen, sondern auch per Fahrrad, E-Bike und mit der Pferdekutsche bzw. Pferdeschlitten. Die Prossau ist auf jeden Fall einen Ausflug wert! Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll auf keinen Fall rot. Sie kann mit Kindern problemlos durchgeführt werden.Am Beginn (Bushaltestelle Grüner Baum), gibt es auch die Möglichkeit mit einer Pferdekutsche in die Prossau zu reisen. (Ganzjährig,mit Anmeldung)





Tourdaten
5,8km206hm02:30h
DistanzAufstiegDauer
Beste Jahreszeit Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Kurzbeschreibung Ein faszinierender Weg durch das Kötschachtal bis zum Alpengasthaus Prossau.
BewertungSehr Gut
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie Andere Beschreibungen
Familienwanderung ins Kötschachtal

Bad Gastein ist ein Kur- und Wintersportort mit 3961 Einwohnern im Gasteinertal in Österreich. Der Ort gehört zu den Gemeinden des Nationalparks Hohe Tauern und liegt am Fuß des Graukogels. Neben den Kuranwendungen bietet das Tal Gelegenheit zu Erholung und Sport während des ganzen Jahres. Eine Besonderheit ist die Lage des Zentrums, das an den Steilhängen um den Wasserfall entstanden ist und sich durch sehr steile und enge Gassen kennzeichnet. An diesen Klippen wurden platzsparend mehrstöckige Häuser errichtet, sodass das Erscheinungsbild der Ortschaft an eine Stadt erinnert („Wolkenkratzerdorf“). Der Höhenunterschied des Ortes zwischen Quellpark und Bahnhof beträgt ca. 80 Höhenmeter. © Wikipedia

Routenvorschläge - Wanderwege
Auf und Abstieg in Höhenmeter
ungefähre Wanderzeit
Highlights - Beschreibung
Von Sportgastein nach Böckstein - Astenalmen 450 Hm im Auf und Abstieg 3 Stunden Mit einem Blick auf den Talboden Sportgasteins und die Hohe Tauern startet die Wanderung. Entlang des Zwei-Farben-Flusses führt der Weg vorbei an Speicherkavernen bis zum Kraftwerk Nassfeld. Von dort aus leitet eine alte Trasse, die alte Nassfeldstraße, einst wichtig für Handel und Bergbau, in Richtung Böckstein. Der Weg ist gesäumt von vielen Naturattraktionen, der Bärenfall, Schleierfall und Kesselfall tosen mächtig von den Bergen herab, Nicht nur die Gesichte des Bergbaues wird entlang des Weges deutlich, sondern auch Relikte aus dem ersten Weltkrieg, die Russenbrücke, wurde zu Zeiten des ersten Weltkrieges von russischen Kriegsgefangenen gebaut. Die beiden Astenalmen (bewirtschaftet) gehören zu den ältesten des Gasteintales und laden zum Einkehren ein. Der Themenweg des Gasteiner Heilstollen führt vorbei an einer einstigen Schmelzhütte und dem Pulverturm von Altböckstein nach Böckstein. Die wunderschöne Wahlfahrtskirche "Maria vom Guten Rat", die auf einer Anhöhe gelegen ist, bietet einen optimalen Blick auf die geplante Stadt Böckstein.
Auf den sonnigen Gadaunerer Hochalmen 700 Hm im Auf und 700 Hm im Abtieg 5 Stunden Die Wanderung beginnt im Angertal, eines der vier Sacktäler im Gasteintal. Nach der Überquerrung des Lafenbaches folgt man einem Waldsteig über das Wolfstall in Richtung Gadaunerer Hochalmen. Der dichte Fichtenwald spendet vor allem an heißen Tagen reichlich Schatten. Oberhalb der Baumgrenze erreicht man die Gadaunerer Hochalmen, die durch die zahlreichen Almen wie ein kleines Almdorf wirken. Der Abstieg führt über saftige Almwiesen und weiter über die Lafenmahder in Richtung Angertal. Dabei kann man gut beobachten, dass die steilen Bergwiesen auf über 1.600 m noch von den Landwirten gemäht und geheut werden.
Hieronymushaus 720 Hm im Auf und 580 Hm im Abstieg 6 Stunden Bei dieser eindrucksvollen Wanderung begegnet man Zeitzeugen des Goldbergbaus, der Mitte des 16. Jahrhunderts seine Hochblüte erfuhr. Der Wanderweg beginnt beim Gasteiner Heilstollen und führt in mäßig steilen Serpentinen durch den Haitzingerwald. Das Hieronymushaus, welches vom letzten regierenden Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo für seine Bergarbeiter erbaut wurde, fiel 1975 einer Lawine zum Opfer. Reste weiterer Knappenhäuser, Aufbereitungstätten und Aufzugsmaschinen sind noch erkennbar. Für tüchtige Wanderer kann die Tour über den Peter-SWilka-Weg zum Blumenfeldköpfl und nach Sportgastein fortgesetzt werden.
Schattbachalm - Miesbichlscharte - Sportgastein 1070 Hm im Auf und 650 Hm im Abstieg 6 1/2 Stunden Das Angertal, eines der vier Seitentäler, ist geprägt durch den einstigen Bergau. Einige Stationen mit Goldsagen und die Montanhistorische Knappenwelt im hinteren Angertal zeugen von den vergangenen "goldenen Zeiten". Der Aufstieg entlang des Pfades durch den Bergurwald gibt Zeit zum Fokussieren, zum in sich Gehen. Von hier geht es nun über einen Waldweg leicht bergauf, den Forstweg nehrfach kreuzend, bis zur Schattbachalm, die zur Einkehr einlädt. Nun führt der Weg oberhalb der Baumgrenze hinauf zur Miesbichlscharte auf 2.233 m Seehöhe. Von der Miesbichlscharte hinunter zum Bockhartsee bzw. Bockhartseehütte sind ca. 400 Höhenmeter zu überwinden. Nun ist Rasten angesagt und den herrlichen Ausblick auf die Gipfel der Goldberg- und Ankogelgruppe und hinunter nach Sportgastein genießen. Ein alter Bergbauweg führt talwärts. Entlang des Weges kann man Gletscherschlif und Quarzardern, die ein Indikator für Gold sind, entdecken. Nicht unweit davon stehen alte Knappenhäuser, der Imhofstollen und ein Schaukraftwerk.