Lago Maggiore Februar 2019

Der Lago Maggiore ist ein in den italienischen Regionen Piemont und Lombardei sowie im Schweizer Kanton Tessin gelegener, wunderschöner, blauer See. Der Lago Maggiore ist 212 km² groß und gehört zum größten Teil zu Italien und zu einem kleinen, aber feineren Teil zur Schweiz. Und dort in der Schweiz am Fuße der Alpen im Kanton Tessin hatten wir in Locarno unsere Ferienwohnung. Locarno im Winter, geht das? Und ob. Kein Massentourismus und absolut annehmbare Preise. Gestartet bei Schnee und Eis, verspätet mit Raynair von Berlin-Tegel in knapp einer Stunde nach Mailand. Dort bei Avis das bestellte Auto abgeholt und mal gleich mal eine Überraschung erlebt. Wir mieten ja nun sehr viele Autos über das Jahr hinweg, aber noch nie hatten wir eins ohne Navigation. Also Google benutzt um an den Mautstraßen vorbei, immer am Lago Maggiore entlang, nach Locarno zu fahren. Zuerst einmal fuhren wir über den Ticino, welcher ein linker Nebenfluss des Po ist und dem Kanton Tessin seinen Namen gab. Dort in Castelletto sopra Ticino bei Bennet alles eingekauft was man so braucht. Reisebilder Lago Maggiore

Auch haben wir dort gleich mal im Restaurant echte italienische Pizza genossen. Müd und Satt sind wir dann immer die SS33 über Arona bis nach Stresa einen Urlaubsort am italienischen Lago Maggiore gefahren. Dort stachen uns sofort die Inseln Isola Bella und Isola dei Pescatori ins Auge.

Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz
Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz

Sie zählen zu den Borromäischen Inseln und befindet sich etwa 400 Meter vor der Gemeinde Stresa. Wir sind diese Straße am Lago Maggiore weiter bis nach Cannobio gefahren und haben immer mal wieder unterwegs angehalten.

Wir waren jetzt die gesamte Piemontküste des Lago Maggiore abgefahren und kurz hinter Cannobio kam dann die Schweizer Grenze wo zwar auf der Straße ein Stopp stand aber niemand in dem Häuschen saß.

Also freie Fahrt in der Schweiz im Kanton Tessin bis nach Locarno unserem Ziel. Die meisten die nach Locarno fahren kommen meist mit ihren PKW über den San Bernardino-Pass bzw. durch den Tunnel.

Man kann auch den Gotthardpass entlang fahren, aber Achtung, in der Schweiz besteht Vignettenpflicht. Unsere Anreise war bis auf das fehlende Navi völlig in Ordnung.

Verzascatal - Diga di Verzasca - James Bond 007
Verzascatal - Diga di Verzasca - James Bond 007

Unsere Ferienwohnung befand sich dann in Gordola direkt im berühmten Verzascatal. Etwas erhöht mit 70qm, Terrasse und herrlichem Ausblick. Als Tagesabschluss fuhren wir dann kurz zum Diga di Verzasca.

Der Verzasca-Damm ist eine Talsperre am Verzasca-Fluss im Verzasca-Tal im Tessin in der Schweiz. Der Stausee befindet sich auf einer Höhe von 470 Metern über dem Meer und nur rund zwei Kilometer nördlich des Lago Maggiore.

Der Stausee ist 6 km lang und ungefähr 400m breit. Die Staumauer der Verzasca gehört mit 220 m Höhe zu den höchsten der Welt und ist berühmt durch James Bond 007 in Goldeneye, wo sich Pierce Brosnan die Mauer abseilte.

Seit dem kann man hier, wenn man sich traut, bungee springen. Nur halt nicht im Februar. Dafür hatten wir den Diga di Verzasca für uns ganz alleine.

Markt von Cannobio - Uferpromenade - Italien
Markt von Cannobio - Uferpromenade - Italien

An einem Sonntag besuchten wir den berühmten Markt von Cannobio. Pünktlich um 10 Uhr waren wir dort und weil der Ort durch ein Baustelle in der Innenstadt nicht passierbar war, wurde uns ein Parkplatz zugewiesen.

Es waren vielleicht 3 oder 4 Pkws dort ab geparkt und wir stellten unseren PKW dort mit ab. Kurzer Blick in die anderen Pkws ob die ein Parkschein haben und los. Nicht an der Strandpromenade sondern abseits auf einem Parkplatz standen die lokalen Käse und Wurst usw. heimischen Anbieter.

Sehr nett und immer gut für eine Verkostung. An der Strandpromenade standen wie in Polen und anderen Märkten die wir so kennen gelernt haben, die Schlüpfer und Sockenhändler mit ihrem Ramsch. Nur waren sie hier nicht so aufdringlich.

Es gab nichts was einem auch nur im entferntesten begeistern hätte können.

Ponte Tibetano Carasc - tibetische Hängebrücke - Gebirgsschlucht
Ponte Tibetano Carasc - tibetische Hängebrücke

Wir hatten den Markt schnell durch und bummelten kurz noch durch die Innenstadt. Wieder am Parkplatz angekommen siehe da ein Ticket an der Scheibe. Herzlich willkommen in Italien. Es war Sonntag, der Parkplatz, die Strandpromenade, die Innenstadt total leer und die Beschreibung überall komplett in italienisch.

Und trotzdem ein Ticket. Danke Cannobio wir kommen bestimmt nie wieder. Zurück nach Locarno an der Grenze, wurden wir diesmal auf Zigaretten und Alkohol kontrolliert. Nach einem kurzem Snäck in unserer Ferienwohnung fuhren wir dann zum Ponte Tibetano Carasc.

Der Ponte Tibetano Carasc ist eine 270 m lange tibetische Hängebrücke, 130 m über einer Gebirgsschlucht mit Panoramablick.

Wir fuhren eine spektakuläre Straße auf der wirklich nur unser Auto passte und sonst nichts mehr Serpentinen hoch bis nach Chiesa di San Defendente.

Orselina 449 m - Cardada 1332 m - Cimetta 1671 m
Orselina 449 m - Cardada 1332 m - Cimetta 1671 m

Dort stellten wir unser Auto ab und wanderten durch 30 cm tiefen Schnee zur Ponte Tibetano Carasc. Die Ausschilderung der Wanderwege in der Schweiz ist hervorragend und Beispiellos.

An der Brücke angekommen wagten wir uns trotz Eis und Schnee lebensmüde wir wir sind dort hinüber. Nun hätten wir noch weiter zur Kirche San Bernardo und zum Bergdörfchen Curzutt wandern können.

Aber die Wege waren nicht von Schnee frei und wir wollten auch vor der Dämmerung die spektakuläre Serpentine wieder runter fahren.

Nach dem schweizerischen und französischen Straßenverkehrsrecht muss bei gleichartigen Fahrzeugtypen bergauf fahrenden PKW der Vorrang eingeräumt werden. Und das passierte uns natürlich, also Rückwärtsgang rein und bis zur nächsten Einbuchtung zurück. Der Puls war etwas erhöht aber sonst ging alles gut.

Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz
Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz

Am nächsten Tag sind wir dann nach Orselina gefahren. Das Problem in der Schweiz ist, das kaum ein Lift im Winter fährt. Warum auch immer. Der Cardada-Lift jedenfalls fuhr und wenn auch nur auf den Cardada und nicht bis zum Cimetta.

Aber erst mussten wir einen Parkplatz finden. Wieder alles in italienisch. Es gab ein Parkhaus direkt am Lift für 16 Franken am Tag, nur war der Parkautomat nicht in Ordnung. Dann gab es Parkplätze mit 48 ore, angeblich nur für Anwohner.

Und dann gab es 200m weiter Parkflächen mit Parkautomat für 3 Franken am Tag. Den nahmen wir dann nachdem uns, verzweifelt wie wir waren, ein netter Schweizer uns erklärte wie diese Automaten funktionieren.

Nun zum Lift, jeder 28 Franken für Hin und Rückticket und in 5 Minuten mit einen Kabinenlift hoch auf den Cardada.

Cimetta 1671 m ü. M - Panoramarundsicht 360°
Cimetta 1671 m ü. M - Panoramarundsicht 360°

Bilderbuchwetter hatten wir an diesem Jubiläumstag und deshalb setzten wir uns zuerst mal auf die dortige Terrasse und tranken Café und Schokolade. Danach gingen wir zunächst zu einem spektakulären Aussichtssteg.

Dieser Aussichtssteg führt zwischen den Baumwipfeln des darunter gelegenen Waldes hindurch und an seinem Ende ragt eine Aussichtsplattform in den leeren Raum und bot uns ein 180° Panorama Blick auf den Lago Maggiore, das Centovalli und das Maggiatal.

Danach marschierten wir auf den Cimetta durch eine wunderschöne verschneite Winterlandschaft. Der Schnee war hier ca. 30 -40 cm hoch und noch richtig weiß. Der Weg war sehr gut ausgeschildert und auch schon gut vor getrampelt.

Unterwegs überholten wir einen Paragleiter welcher gerade sein schweres Gepäck auf den Cimetta schleppte. Er sprach deutsch und war so zwischen 50 und 60 Jahre alt.

Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz
Wallfahrtskirche Madonna del Sasso - Locarno

Wir schwatzten ein wenig und zollten ihm gebührlichen Respekt. Nach 350 Meter Aufstieg durch den Schnee erwartete uns auf der geologischen Beobachtungstation des Cimettas eine Panoramarundsicht von 360 Grad.

Wir konnten zum Lago Maggiore dem tiefsten Punkt der Schweiz runter schauen und bis zur Dufourspitze im Monte Rosa, dem höchsten Punkt der Schweiz hoch schauen. Dazu das Panoramawetter ein gelungener Tag.

Die Bauden auf Cimetta waren leider alle geschlossen. Wir setzten uns auf die Terrasse und sonnten uns ein Stündchen. Danach der Abstieg und nach erneutem Café und Schokolade auf der Terrasse des Cardadas mit dem Lift nach Orselina.

Von Orselina aus gingen wir die Treppen zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso. Dieser heilige Berg der Madonna del Sasso Orselina ist einer der bedeutendsten religiösen Plätze

Ponte dei Salti - Lavertezzo - Verzasca - Tessin
Ponte dei Salti - Lavertezzo - Verzasca - Tessin

Auf einem spektakulären Felsvorsprung stehend, wird die Wallfahrtskirche von einem großen Platz umgeben, von welchem man eine herrliche Aussicht auf das Tal hat.

Neben der Kirche kann man vom Vorbau aus auf Locarno und den Lago Maggiore hinunter sehen. Als nächstes Stand die Erkundung des Verzascatales an. Am Verzasca-Damm vorbei und hinter dem Vogornosee ging es dann wieder eine spektakuläre Straße lang auf der wirklich wieder nur unser Auto passte, Serpentinen hoch bis nach Corippo.

Das Dorf wurde 1224 erstmal als Culipo erwähnt und hat seinen Charme bis heute erhalten. Der Dorfkern wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt und als beispielhaft ausgezeichnet. In Corippo, der kleinsten Gemeinde der Schweiz, leben gerade noch zwölf Einwohner.

Wir machten einen kurzen Dorfrundgang und waren begeistert wie nah man den dortigen Einwohnern kam.

Verzascatal - Sonogno - Kanton Tessin - Schweiz
Verzascatal - Sonogno - Kanton Tessin - Schweiz

Wir fuhren weiter nach Lavertezzo wo wir die Brücke, Ponte dei Salti, besuchten. Sie ist eine Fußgängerübergang und wurde im 17. Jahrhundert mit zwei Bögen gebaut, welche eine Stützweite von je 14 m haben.

Die Verzasca mit ihrem kristallklaren und smaragdgrünen Wasser durchfließt diese faszinierende Brücke. Wir fuhren noch weiter bis nach Sonogno und hielten unterwegs immer mal wieder an, weil die Ausblicke und die Verzasca einfach nur schön waren.

In Sonogno ist die Straße dann zu Ende und es beginnen dort viele Wanderwege. Auch kann man hier gut Ski fahren und ein Eisstadion haben sie hier auch. Aber als wir dort waren, war die Sonne hinter den Bergen und es wurde uns rasch kalt.

Unsere nächste Erkundungstour war der Weg von Locarno nach Domodossola in Italien. Leider hatten wir nicht die Zeit mit der Centovalli-Bahn zu fahren,

Wallfahrtskirche - Madonna del Sangue - Re - Italien
Wallfahrtskirche - Madonna del Sangue - Italien

Diese fährt genau diese Strecke, durch die bezaubernden hundert Täler, durch die tiefe Schluchten und Felsspalten und über viele eindrucksvolle Brücken entlang. Parallel der Gleise führt aber auch eine Straße, welche nicht weniger Spektakulär war.

Diese nutzen wir dann und konnten den weg ebenfalls bewältigen. Das Beste für uns aber war, da wir darauf überhaupt nicht vorbereitet waren, die Wallfahrtskirche der Madonna del Sangue in Re.

Wir waren irgendwie mitten in der Natur und weit und breit nichts. Doch dann so ein riesiges pompöses Gebäude mitten in der Landschaft.

Die Kirche erhebt sich neben dem Ort, an dem der Überlieferung zufolge 1494 ein Wunder geschah, als das Fresko einer Maria lactans zu bluten begann, nachdem es von einem Stein getroffen wurde.

Dom zu Como - Cattedrale di Santa Maria Assunta -  Lombardei
Dom zu Como - Cattedrale di Santa Maria Assunta

Auf der der Fahrt zurück nach Mailand fuhren wir diesmal die Seite der Lombardei immer am Lago Maggiore entlang und sahen Locarno, Diga di Verzasca, Ascona, den Cardada, den Cimetta und auch Cannobio von der anderen Seite immer im Hintergrund mit den Alpen.

Wir fuhren bis Luino und bogen dann nach Lugano am Nordufer des Luganersees, eines Gletschersees inmitten der Berge. Hier herrschte ein sehr hohes Verkehrsaufkommen und wir fuhren weiter zum malerischen Fischerdorf Morcote, dem schönsten Dorf der Schweiz.

Von Morcote aus fuhren wir dann weiter nach Como am südlichen Ende des Comer Sees. Hier Auto für 2€ auf dem Parkplatz abgestellt und an der Hafenpromenade wieder italienische Pizza diniert.

Como ist auch architektonisch interessant. Die Stadt wird von einer alten Stadtmauer umrahmt und hat einen sehenswerten Dom die Cattedrale di Santa Maria Assunta.

Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz
Lago Maggiore - Kanton Tessin - Locarno - Schweiz


Die historische Standseilbahn, Funicular Como-Brunate haben wir aus Zeitgründen nicht mehr geschafft. Aber sie ist bestimmt interessant, da sie hoch über Como einen schönen Ausblick bieten wird.

In Mailand dann das Auto ohne Navi abgegeben und fast pünktlich nach Berlin-Tegel geflogen. Abschließend können wir sagen das die Gegend um und in Locarno, im Kanton Tessin, in der Schweiz, wunderschön ist und hier ein sehr angenehmes Klima herrscht.

Wir waren im Winter hier und sind froh darüber. Denn wenn es auf 16:00 Uhr zuging wurden die Straßen egal wo, rappel voll. Parkplätze sind überall zu bezahlen und reine Mangelware. Was muss hier im Sommer los sein wenn die Highsociety zu Gast am Lago Maggiore ist.

Was auf der Straße, die um den Lago Maggiore führt, vor allem bei den ganzen italienischen Schuhmachern, welche dort in Horden unterwegs sind. Was auf den Serpentinen wo halt nur ein Auto passt und was in den wenigen Sehenswürdigkeiten die es dort gibt. Überlegt es euch gut. Reisebilder Lago Maggiore