Madeira August 2018

Madeira ist ein 6000 Meter Hoher Berg im Atlantischen Ozean. Wobei 4000 Meter davon unter Wasser sind. Aufgrund dieser Tiefe ist es auch ideal für ungefähr 22 Walarten, welche hier an der Insel ihre periodische Wanderung durchführen. Auch für viele Delphine und Orcas ist in den Gewässern von Madeira reichlich Nahrung zu finden. 737 km westlich der marokkanischen Küste ganz allein im großen Atlantik, liegt eine unserer Trauminseln, Blumeninsel Madeira, welche wir einmal besuchen wollten. Wer Bergwandern mag ist auf Madeira bestens aufgehoben. Mitten auf der Insel ragen die höchsten Gipfel empor. Wir haben dort die Königstour, 5 Stunden lang, auf dem Dach von Madeira erwandert. Vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo, dem höchsten Berg mit seinen 1862m. Die Strecke war 12km lang und 1300m im An und Abstieg. Eine spannendere und spektakulärere Wanderung kann man auf Madeira wohl nicht machen. Madeira ist durch seine weltweit einzigartige Levadawanderungen berühmt. Levadas sind gut durchdachte offene Bewässerungsanlagen, welche das Regenwasser des Nordens in den Süden der Insel transportieren. Reisebilder Madeira

Von Berlin Hauptbahnhof mit dem ICE Richtung München gefahren und in Halle ausgestiegen.

Madeira - Achadas da Cruz - Porto Moniz - Levada
Madeira - Achadas da Cruz - Porto Moniz - Levada

Dann mit der dortigen S-Bahn eine Station bis zum Flughafen Leipzig/Halle. Von dort im Direktflug mit Condor bis nach zum Flughafen Madeira - Cristiano Ronaldo. Dort kurz auf die Koffer gewartet und dann bei Sixt das bestellte Auto abgeholt.

Wie immer haben sie versucht uns einen teureren Wagen zu verkaufen. Ein nagelneuer Renault Captur mit 5 Türen und Navi, welches sie aber ausgestellt hatten. Also erstmal die Autobahn im Blindflug bis Calheta. Levada das 25 Fontes

In Calheta einen kleinen Laden gefunden und dort das nötigste für unser Abendbrot eingekauft. Danach Serpentinen weiter bis nach Achadas Da Cruz. Achadas da Cruz ist eine Gemeinde im portugiesischen Kreis Porto Moniz. In ihr leben 161 Einwohner.

Am Telefonica Hinweisschild links abgebogen und die enge Straße entlang. Dort stand ein silberner Renault Megane an dem ein junger Mann wartete. Mr. Miguel.

Madeira - Fajã Quebrada Nova - Achadas da Cruz
Madeira - Fajã Quebrada Nova - Achadas da Cruz

Dieser übergab uns das angemietete Haus mit einem herrlichem Ausblick auf den atlantischen Ozean. Am nächsten Tag, morgens erstmal wieder nach Calheta zum Supermecardo und dort alles gekauft was man für die nächsten Tage so braucht.

Danach unsere erste Levadawanderung. Sonne pur, die Faja Quebrada Nova, der Abstieg zu den Meeresgärten von Achadas da Cruz. Los gewandert sind wir wie 18-jährige, immer schön bergab und die Talbahn (Cable Car) kam einfach nicht in Sicht.

Uns wurde spät erst klar, das wir das alles bergauf wieder zurück mussten. Am Cable Car endlich angekommen gab es aber einen fan­tas­tischen Aussichtspunkt mit einem herrlichen Ausblick auf das Meer.

Nach unten auf die Gärten und die Steilklippen und herrliche Farbenspiele des Wassers und der Felsen.

Madeira - Caminho do Teleférico - Meeresgärten von Achadas da Cruz
Madeira - Caminho do Teleférico - Meeresgärten

Die Klippen runter gewandert, so wie wir es erst geplant hatten, sind wir dann doch nicht. Erstens, weil es schon später Nachmittag, also 16:00 Uhr war und zweitens hatten wir ja noch den beschwerlichen Rückweg Bergauf vor uns.

Es wurde eine aufregende und spektakuläre Liftfahrt. 3 Euro pro Person hin und zurück für den Cable Car welcher keinen Stützpfeiler hatte sondern nur an einem Stahlseil hing. Also runter mit leicht erhöhten Puls, zu den Gärten und den fantastischen Wellen des blauen Ozeans.

Dort den Spazierweg entlang und auf einer Bank eine lange Weile verbracht. Wer Ruhe Sucht wird sie hier garantiert finden. Die Talstation des Cable Car ist nicht besetzt. Man steigt in die & Personen Gondel, drückt den grünen Knopf und los geht es.

Dann im direkten Anschluss in praller Sonne und immer Serpentinen artig Bergauf, die Straße nach Achadas Da Cruz hoch.

Madeira - Nossa Senhora da Boa Morte - Klippenküste
Nossa Senhora da Boa Morte - an der Klippenküste

Für uns Flachlandwanderer, war diese unsere erste Wanderung, erstmal ziemlich anstrengend. Waren wir auch ganz schön außer Atem haben wir es aber immerhin in 20 Minuten geschafft. Unten am Lift stand ein Wegweiser mit einer Wanderdauer von 2 Stunden.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Ponta do Pargo zur Kirche und stellten dort unser Auto ab. Wir begannen mit dem Rundweg Ponta do Pargo in der westlichsten Ecke von Madeira. Über Pedregal trafen wir dann auf unsere erste Levada.

Die Levada Nova. Diese folgten wir in Fließrichtung bis zum Weiler Cabo und dann bis zur Kapelle Nossa Senhora da Boa Morte. Von dort aus führte ein kleiner Pfad zur Klippenküste wo eine Aussichtskanzel war.

Auf ihr hatten wir von 425m Höhe, einen spektakulären Blick auf eine fast senkrecht brechende Klippenküste und den blauen Ozean.

Madeira-Wein Rallye - Club Sports da Madeira
Madeira-Wein Rallye - Club Sports da Madeira

Weiter ging es nun zum Pico Vermehlo (434m), einem Vermessungspunkt, an welchem man ebenfalls an den Klippen, die auch sehr steil waren, bis zum Leuchtturm von Ponta do Pargo, bzw. zu den Meeresgärten von Achadas da Cruz schauen konnte.

Dann wanderten wir, nun schon mit sehr schweren Beinen an einem heißen Nachmittag, weiter über Lombada Velha, an einer Kanarischen Dattelpalme vorbei, nach Serrado, bis zurück nach Ponta do Pargo, zu unserem Auto. Das waren Schlappe 14 km.

Am 5. August waren dann auf Madeira die meisten Straßen für die Madeira-Wein Rallye gesperrt. Die Madeira-Wein Rallye ist die größte Automobilveranstaltung auf Madeira. Auch wir stellten uns mit den Einheimischen an den Straßenrand und feuerten Die Teams an.

Am nächsten Tag gab es einen kurzzeitigen Wetterwechsel und wir fuhren nach Sao Vincente zu den berühmten Lavahölen.

Calheta - Walwatching-Tour - Stenella - Lobosonda
Calheta - Walwatching-Tour - Stenella - Lobosonda

Es war aber ein Reinfall. Mit einem Film aus den 50igern, einer Fahrstuhlverarsche, und Augenkrebs fördernder Spiegel sowie einer 3D Animation. Zum Glück nur 8 Euro pro Nase. Dann war aber wieder Sonne pur auf Madeira und ab nach Calheta baden.

Zuvor aber noch beim Lobosonda Verein eine Walwatching Tour mit der Stenella, einen modernen Schnellboot, für den nächsten Tag gebucht. Calheta ist eine Gemeinde an der Südwestküste der portugiesischen Insel Madeira.

Der von Wällen geschützte Strand Praia da Calheta wurde künstlich mit Sand aufgeschüttet und ist einer der wenigen Sandstrände der Insel. Nach dem baden sind wir dann nach Estalagem Eira do Serrado gefahren.

Eira do Serrado ist ein Aussichtspunkt über dem Dorf Curral das Freiras, das in einem unzugänglichen Bergkessel nördlich von Funchal liegt.

Madeira - Porto Moniz - vulkanische Meeresschwimmbecken
Porto Moniz - vulkanische Meeresschwimmbecken

Die Aussicht dort war sehr schön und sehr hoch. Eigentlich wollten wir dann noch zum Pico do Arieiro fahren, aber die Straße war wegen Steinschläge gesperrt. Wir sind dann wieder zurück nach Sao Vincente zum Strand gefahren.

Der Strand von São Vicente besteht eigentlich aus drei Stränden: dem Praia do Calhau, dem Praia da Faja da areia Baía dos Juncos. Alle verfügen über eine großartige Wasserqualität. Der Faja da Areia ist mit einem Wellenbrecher geschützt und daher eigentlich ideal für alle.

Wir sind aber auf Grund der großer Steine und sehr starker Wellen nicht baden gegangen, sondern weiter nach Porto Moniz zu den natürlichen vulkanischen Meerwasserpools, Lavabecken gefahren.

Es ist die Hauptattraktion von Porto Moniz die natürlichen Meeresschwimmbecken, die von bizarren Felsformationen aus Lavastein eingerahmt werden.

Madeira - Levada dos Cedros - 25 Quellen bei Rabacal
Madeira - Levada dos Cedros - Quellen bei Rabacal

Diese Meeresschwimmbecken werden ständig von der Flut mit kristallklarem Wasser gefüllt. Die natürlichen Pools von Cachalote befinden sich genau daneben und sind frei und jederzeit zugänglich. Dort also schön gebadet mit einem Wasser-Balkon zum Ozean.

Wir sind auch zu den 25 Quellen bei Rabacal gefahren. Dort im Rabacal Naturschutzgebiet auf Madeira befindet sich diese außergewöhnliche Levada bei der man 25 Quellen und einen Wasserfall zu sehen bekommt, die Levada das 25 Fontes. Parkplätze waren dort sehr rar.

Oben waren plötzlich nur noch 11 Grad und alles in dichte Wolken gehüllt. Also fuhren wir dann so 2 km weiter zum Rundweg Levada dos Cedros. Dort war es gar nicht voll, aber ansonsten herrschten dort die gleichen Bedingungen.

Am nächsten Tag sind wir Richtung Funchal der Hauptstadt und dort zuerst zum Aussichtspunkt Cabo Girão gefahren.

Madeira - Funchal - Cabo Girão -  Steilklippe  589m
Madeira - Funchal - Cabo Girão - Steilklippe 589m

Cabo Girão ist eine Steilklippe mit einer Höhe von 560 bis 589 m und ist damit eine der höchsten Steilklippen der Europäischen Union. Am Cabo Girão war es wirklich sehr, sehr voll. Eine typische Tourizone, welche jeder der Madeira besucht, betreten haben muss.

Kaum Parkplätze, aber die Aussicht war wirklich phänomenal und die Aussichtsplattform hatte einen Glasboden. Dann weiter nach Funchal direkt ins Zentrum und zum CR7 Museum. Das CR7 Museum ist ein mit den Trophäen von Cristiano Ronaldo ausgestattetes Museum.

Foto mit der Ronaldo Statue, das Schiff von Christoph Columbus angesehen und zur Markthalle gewandert. Aufgefallen ist uns aber das es in Funchal auch sehr viel Elend gibt. Nicht so viele wie in Berlin aber….

Wir fuhren zum Ponta De Sao Lourenco ein Kap und Naturschutzgebiet die östlichste Spitze auf der Insel Madeira. Zum Glück war es schon 17 Uhr.

Madeira - Kap - Ponta De Sao Lourenco - Morro do Furado - Ilhéu do Farol
Kap - Ponta De Sao Lourenco - Morro do Furado

Es war dort auch sehr voll, aber wir haben einen guten Parkplatz ergattert und sind dann entgegen dem Touristrom, der zurück kam, los gewandert. Sehr warm, kein Schatten, sehr windig aber immer wieder sehr schöne Aussichten.

Am Ende dieser Levadawanderung kam dann noch mal ein sehr starker Anstieg zum Morro do Furado. Von dort oben eröffnete sich uns ein spektakuläres Panorama zum Leuchtturm auf der Ilhéu do Farol.

Zurück sind wir diesmal über Santana gefahren um auch mal diesen Teil der Insel gesehen zu haben. Wir sahen in Santana, die alten traditionellen Steinhäuschen von Madeira, mit ihren reetgedeckten, fast bis auf den Boden reichenden Giebeldächern.

Wir sind die alte Passstraße nach Sao Vincente gefahren und hatten so sehr viele schöne Aussichten und einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Madeira - Pico do Arieiro - Pico Ruivo - Höhenweg
Madeira - Pico do Arieiro - Pico Ruivo - Höhenweg

Wir durchwanderten noch die Levada da Janella, welche sehr schön und einfach war. Entlang des Weges gibt es mehrere Tunnel, die dies zu einem interessanten Erlebnis machen. Also Taschenlampe nicht vergessen.

Zum Abschluss unseres Madeira - Urlaubes bewältigten wir die Königsetappe und begaben uns auf das Dach von Madeira. Eines unserer absoluten Highlights. Vom Pico do Arieiro auf den Pico Ruivo bei gefühlten 40 Grad.

Dieser Höhenweg verbindet die höchsten Berge von Madeira miteinander. Spektakuläre Aussichtspunkte machen die Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Sonne pur, 29 Grad und erstmal ging es immer Stufe um Stufe runter.

Die Aussichten waren spektakulär und die Wege oft am Rand steiler Felsen. Einige kühle Tunnel mussten durchquert werden. Was für eine willkommene Abwechslung bei der Hitze.

Madeira - Estalagem Eira do Serrado - Curral das Freiras
Estalagem Eira do Serrado - Curral das Freiras

Die Leute welche uns entgegen kamen, sahen doch sehr mitgenommen aus. Die ausgesetzten Stellen sind zwar gesichert, trotzdem ist ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit unbedingt Voraussetzung.

Fix und fertig wieder am Pico do Arieiro angekommen haben wir sofort das Restaurant gestürmt, unseren Wasserhaushalt aufgetankt und dabei keine Kosten gescheut. Madeira hat uns nicht enttäuscht und wir können es nur jedem empfehlen der es sich leisten kann.

Diese atlantische Schönheit ist ein Paradies für Wanderer, also unbedingt Wanderschuhe einpacken. Madeira kann man zu jeder Jahreszeit besuchen. Der Sommer ist nicht allzu heiß und der Winter mild.

Das Straßennetz auf Madeira ist sehr gut ausgebaut, vor allem mit reichlichen Tunneln bestückt. Man kommt sehr schnell von von einer Seite der Insel auf die andere.

Es war auf jedem Fall eine Reise wert und wahrscheinlich werden wir es noch einmal machen. Levadawandern ist einfach einzigartig auf unserer Welt. Reisebilder Madeira