Frankreich August 2017

Am Mittelmeer gelegen, an der Côte d’Azur, zwischen Cannes, dem Fürstentum Monaco und 30 Km von Italien entfernt, liegt im Südosten Frankreichs die kleine Hafenstadt Nizza. Mit einem Flieger von easyJet im Direktflug von Berlin Schönefeld nach Nizza. Die Monate Juni bis August können sehr heiß werden und bei uns waren es mal so 40 Grad aufwärts im Schatten. Obwohl wir abends ankamen war es nicht wesentlich kühler. Also spazierten wir den Strandboulevard entlang und badeten wie alle hier um diese späte Zeit im Mittelmeer. Eine Nacht im Hotel und dann holten wir unseren Mietwagen, eine Fiat Tipo von Avis für Schlappe 26 Euro pro Tag, mit allen Versicherungen inklusive, Einwegmiete und alle Kilometer frei. Unser erstes Ziel war die berühmte Filmfestspielstadt Cannes. Dort direkt am Strand das Auto abgestellt und in die Wellen des Mittelmeeres gesprungen. Herrlich! Nach kurzem Shopping ging es dann weiter nach Lorgues. Im Landesinneren stiegen die Temperaturen noch weiter an und es gab keinen Wind. Lorgues liegt in hügeliger Gegend, umgeben von Weinbergen und Olivenbäumen, im Zentrum des Var zwischen dem Mittelmeer und den Gorges du Verdon. Reisebilder Frankreich

Unser Ferienhaus war sehr versteckt und selbst das Navi streikte hier.

Côte d’Azur - La Croix Valmer - zum Cap Lardier
Côte d’Azur - La Croix Valmer - zum Cap Lardier

Viele Leute die man Fragen konnte lief dannen dort auch nicht herum und somit hat es schon einige Zeit Inanspruch genommen, die CHEMIN DU SAUVIE zu finden. Von dort aus starteten wir unseren ersten Ausflug.

Wir wollten immer mal an der herrlichen Küste zum Cap Lardier wandern. Von La Croix Valmer aus ging es dann bei herrlichem Wetter unter den Pinien und am Meeresstrand den Wanderweg zum Cap Lardier entlang.

Ganz erreichten wir das Cap aber nicht, da dort viele Wege wegen einem erst kürzlich gelöschten Waldbrandes gesperrt waren. Es sah schon sehr verheerend aus was das heiße Klima dort für Schäden anrichtet.

Was wir unbedingt aber besuchen mussten war die alte Gendarmerie St. Tropez von Louis de Funès.

Alte Gendarmerie St. Tropez - Louis de Funès
Alte Gendarmerie St. Tropez - Louis de Funès

Aber das wollten auch viele andere und somit war es dermaßen voll dort. Alle liefen aber nur zur alten Gendarmerie, obwohl es dort überhaupt nichts zu sehen gab. Hier erklärte einst der Reviervorsteher Crouchot seiner Truppe, was der Gendarm für die Nation bedeutet.

Auch wir machten unsere Fotos, gingen kurz zum Hafen wo die Traumjachten ankerten und fuhren dann dort aber schnell wieder weg. Unser nächstes Ziel war die Verdonschlucht, Gorges du Verdon oder auch Grand Canyon du Verdon in der französischen Provence.

Hier im Département Alpes-de-Haute-Provence fließt der türkisfarbene Fluss Verdon durch den etwa 21km langen und bis zu 700 Meter tiefen Canyon. Die Gorges du Verdon ist einer der größten Canyons Europas.

Dazu fuhren wir an den Stausee Lac de Sainte-Croix, der schönste See der Provence und dann bis zur Route de Crête, am Vereinshaus La Maline, wo wir unsere Wanderung begannen.

Grand Canyon du Verdon - Lac de Sainte-Croix
Grand Canyon du Verdon - Lac de Sainte-Croix

Zunächst ging es nur Bergab bis zum Fluss. Der Wanderweg Sentier Martel ist mit seinen Hangelpassagen und Steilstufen auch heute noch voller Tücken. Einmal tief unten in der Schlucht, ist ein Zwischenausstieg nicht mehr möglich.

Wir liefen immer Stromaufwärts beständig bergauf-bergab und über einige künstlich angelegte Leitern und Treppen. Dann irgendwann mit den Forellen gebadet und wieder zurück. Oben am Vereinsheim angekommen waren wir fix und fertig aber glücklich es geschafft zu haben.

Nun ging es weiter nach Arles eine Stadt am Ufer der Rhone in der südfranzösischen Region Provence. Berühmt als Inspirationsquelle für die Gemälde von Van Gogh und einst Provinzhauptstadt des Römischen Reiches.

Arles ist auch bekannt wegen der vielfältigen Überreste aus der Zeit des Römischen Reiches. Darunter eben auch das Amphitheater, wegen dem wir hauptsächlich nach Arles gefahren sind.

Arles - Course Camarguaise - französischer Stierkampf
Course Camarguaise - französischer Stierkampf

Unser Ziel war es einmal einen französischen Stierkampf zu erleben. Wir entschieden uns für den unblutigen Stierkampf, dem Course Camarguaise. Hierbei versuchen die Kämpfer mit Schnelligkeit und Geschick, dem Stier ein Band zwischen den Hörnern zu entreißen.

Sehr spektakulär und waghalsig bewegen sich die Kämpfer gegenüber den wilden Stieren und verschwinden immer wieder mit einem Sprung hinter den roten Zaun. Bevor wir Arles verließen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Pont du Gard, ein römisches Aquädukt.

Es war nicht so weit entfernt von Arles. Dieses beeindruckende Brückenbauwerk der antiken römischen Welt, ist von beeindruckender Höhe und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Nun verließen wir die einzigartige Provence.

Die Grotte de Niaux - Pyrenäengebiet der Ariège
Die Grotte de Niaux - Pyrenäengebiet der Ariège

Wir fuhren über Narbonne zum Col des Ares (797 m) ins Vorland der Pyrenäen. Ein relativ unscheinbarer Pass, welcher aber schon mehrmals in der Tour de France vorkam. Unser Hotel das „Pyrénées Emotions“, war sehr schwer mit Google oder dem Navi zu finden.

Vorher aber hatten wir uns übers Internet, Karten für die Grotte de Niaux besorgt. In ihr befinden sich zahlreiche Höhlenzeichnungen, u.a. mit Darstellungen von Wisenten, Pferden, Steinböcken, einem Hirsch. Die älteste Arbeit wird mit 13500 Jahren angegeben.

Diese Höhle liegt im Tal von Vicdessos und ist eine von wenigen in welche man noch hinein darf. Um das Höhlenklima zu schützen, ist die Gesamtzahl der Besucher je Tag limitiert. Wir nahmen dort an einer Führung teil und bekamen coole Taschenlampen.

Die Tour dauerte fast zwei Stunden und war mit einer englischer Führung. Einige kostenlose Parkplätze gab es direkt am Eingang. Diese Grotte ist einfach ein Erlebnis.

Port de Balès - 1.755 Meter - Pyrenäen - Tour de France
Port de Balès 1.755m - Pyrenäen - Tour de France

Gleich neben der Höhle lag Tarascon-sur-Ariège, eine französische Gemeinde des Départements Ariège in der Region Okzitanien. Hier hatten wir Abendbrot gegessen und uns über die Einwohner gewundert, welche teilweise mit Winterjacken bekleidet waren.

Wir kamen gerade aus der Provence mit seinen 40 Grad im Schatten und hier waren plötzlich nur noch 13 Grad. Ups. Vom Col des Ares aus starteten wir nun zuerst zur Kathedrale Saint-Bertrand-de-Comminges, eine römisch-katholische Kirche im gleichnamigen Ort.

Der Ort liegt am Pyrenäenweg des Jakobsweges. Dann war unser nächstes Ziel der Port de Balès, ein 1.755 Meter hoher Gebirgspass in den französischen Pyrenäen. Mit einer der schönsten Pässe der Pyrenäen.

Wir fuhren den spektakulären Pass, ein 19,2 Kilometer langen Anstieg auf einer kleinen Asphaltstraße mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,2 %.

Port de Balès - 1.755m - fantastische Panoramen
Port de Balès - 1.755m - fantastische Panoramen

Und immer in Begleitung von Bergkühen. Wegen ihnen mussten wir mehrmals anhalten um sie über die Straße zu lassen. Der Port de Balès tauchte schon mehrmals im Streckenplan der Tour de France auf und wird in die höchste Kategorie, die Hors Catégorie eingestuft.

Oben angekommen und einige Meter gelaufen hat man fantastische Panoramen von den Pyrenäen. Man möchte gar nicht mehr weg von da oben. Unser nächstes Ziel war der Lac d'Oô ein künstlicher See in den Pyrenäen mit einer Fläche von 42 Hektar.

Der Lac d'Oô befindet sich auf einer Höhe von 1507 m in der Gemeinde . Wir haben das Auto abgestellt und sind mit dem Touristrom immer Bergauf zum Lac d'Oô gewandert. Man legt hier so gut 800 Höhenmeter zurück.

Endlich oben angekommen wird man von dem See und dem Wasserfall für all die Anstrengungen entschädigt.

Roque Saint-Christophe - Dordogne - Tal Vézère
Roque Saint-Christophe - Dordogne - Tal Vézère

Am nächsten Tag sind wir noch einmal auf den Port de Balès gefahren und genossen dort die außergewöhnliche Natur, Aussicht und Ruhe. Nun verließen wir die Pyrenäen und fuhren in die Dordogne nach Terrasson-Lavilledieu.

In Terrasson-Lavilledieu hatten wir ein Ferienhaus mit Frühstück gemietet und wurden von der Inhaberin herzlichst empfangen.. Hier wurde im 6. Jh. ein Kloster gegründet und im 12. Jh. wurde von Benediktiner-Mönchen über die Vézère eine steinerne Brücke gebaut.

Sie ist heute das Wahrzeichen von Terrasson-Lavilledieu. Hier in der Dordogne war unser erstes Ziel La Roque Saint-Christophe im Tal der Vézère. Eine etwa 900 m lange und 80 m hohe Felswand, welche für seine Höhlenwohnungen bekannt ist.

Diese natürlichen Höhlen wurden schon im Jungpaläolithikum von Menschen bewohnt. Zu sehen waren Spuren, welche sie im Fels hinterlassen haben, wie Treppen und Feuerstellen.

Château de Marqueyssac - Château de Castelnaud - Château de Hautefort en Dordogne
Château de Marqueyssac - Château de Castelnaud

Es wurden dort verschiedene Techniken des Mittelalters rekonstruiert und vorgeführt Auch ein an den Felshang gebautes Haus wurde nachgestellt. Danach machten wir erst einmal Siesta am Vézère, da es wirklich sehr heiß hier war.

Dann ging es ins Château de Marqueyssac, ein wunderschönes Schloss und ein noch schönerer Garten aus dem 17. Jahrhundert. Auf Klippen erbaut, die das Dordogne-Tal überragten. Auf 22 Hektar sind 6 Kilometer vorwiegend beschattete Spazierwege.

Ein Labyrinth aus 150.000 handgeschnittenen, hundertjährigen Buchsbäumen sowie eine Vielzahl von beachtenswerten Bäumen, Stauden und Sträuchern. Dabei hat man immer wieder herrliche Ausblicke in die Dordogne.

Gegenüber befindet sich das Château de Castelnaud eine mittelalterliche Höhenburg, am Ufer der Dordogne.

Höhle von Lascaux - Weltkulturerbe der UNESCO
Höhle von Lascaux - Weltkulturerbe der UNESCO

Sie beherbergt ein Museum für mittelalterliche Kriegsmaschinen und gilt als meistbesuchte in ganz Südfrankreich. Am nächsten Tag besuchten wir die Höhle von Lascaux. Eher eine exakte Nachbildung der Höhle und nur 200 Meter von den Originalen Höhle entfernt.

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Dordogne. Die Höhle von Lascaux im Tal der Vézère wurde zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Es war aber kein Vergleich mit der Grotte von Niaux im Tal von Vicdessos.

Und weil wir noch nicht genug Schlösser und Burgen hatten besuchten wir auch noch das Château de Hautefort en Dordogne. Es ist die größte barocke Schlossanlage Südwestfrankreichs und zugleich eines der wichtigsten Schlösser des Périgords.

Und die Fahrt dorthin hat sich wirklich gelohnt. Zum Abschluss in Terrasson-Lavilledieu gingen in Frankreich portugiesisch Essen im 0' PORTO und haben es nicht bereut.

Beach Grand Crohot - Cap Ferret - Atlantischer Ozean
Beach Grand Crohot - Atlantik - am Cap Ferret

Gastfreundlich und lecker. Nun verliesen wir das Landesinnere und fuhren an den Golf von Biskaya, eine Bucht des Atlantischen Ozeans. Nach La Teste-de-Buch im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Als wir unsere Ferienwohnung, 200m von der Dune du Pilat entfernt, eingenommen hatten, sind wir sofort an den Strand. Endlich wieder baden im Atlantik. Aber am nächsten Tag sind wir dann zur Düne, der welcher wir eigentlich hier waren.

Die Dune du Pilat bei Arcachon ist die größte Wanderdüne Europas. Sie ist bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit, etwa 2,7 Kilometer lang und liegt an der Meeresöffnung des Bassin d’Arcachon und gegenüber vom Cap Ferret.

Die Dune du Pilat gilt als das Naturdenkmal mit den zweit meisten Besuchern in Frankreich, nach dem Mont-Saint-Michel in der Normandie wo wir ja ein Jahr zuvor waren.

Dune du Pilat bei Arcachon ist die größte Wanderdüne Europas
Dune du Pilat - Arcachon - riesige Wanderdüne

Am nächsten Tag sind wir dann um das Bassin d’Arcachon bis nach Cap Ferret gefahren. Das Bassin d’Arcachon ist eine etwa 155 Quadratkilometer große Bucht und wird durch die Halbinsel Cap Ferret fast vom Atlantik abgetrennt.

Kurz vor dem Cap haben wir am Beach Grand Crohot angehalten, die Badehosen genommen und es nicht bereut. Das Auto im Wald abgestellt und dann die Dünen über einen angelegten Strandweg überwunden und die herrlichen Farben des Atlantiks in Augenschein genommen.

Vergleichbar mit unserem Besuch ein Jahr vorher auf der Halbinsel Quiberon im Département Morbihan in der Bretagne. Riesige Atlantikwellen, welche ein durch das Wasser wirbeln und vor denen man wirklich Respekt hat.

Das Cap Ferret war eigentlich langweilig, aber man konnte die Dune du Pilat mal aus einer anderen Perspektive bewundern.

Kathedrale Saint-André ein Sakralbau in Bordeaux
Kathedrale Saint-André ein Sakralbau in Bordeaux

Nun ging es zu unseren letzten Station unseres Frankreich Besuches nach Bordeaux eine Hafenstadt an der Garonne. Unser Hotel haben wir günstig und nah am Aéroport de Bordeaux – Mérignac gewählt um die Prozedur der Abreise zu erleichtern.

Wir sind dann ins Zentrum von Bordeaux haben das Auto abgestellt und sind zuerst in die Kathedrale Saint-André, weil diese uns sofort ins Auge stach. Danach sind wir immer in Richtung der Garonne. Diese hatte zu der Zeit eine eigenartige Farbe nämlich hell braun.

Wir sind noch ein wenig herumgelaufen und haben bei Mc Doof noch was gegessen, aber eigentlich sind wir Stadtmüde. Also zum Hotel ausgeschlafen und am nächsten Tag mit easyJet zurück nach Berlin.

Zu unserem Glück spielte das Wetter die ganzen 14 Tage mit und wir hatte puren Sonnenschein, manchmal auch zu viel.

Ganz Frankreich kennen wir noch nicht aber einen großen Teil davon. Und wir müssen sagen es gefällt uns sehr. Reisebilder Frankreich