Teneriffa Kanaren April 2015

Teneriffa ist eine wunderschöne Vulkaninsel und liegt im Atlantischen Ozean . Teneriffa gehört, wie die anderen sechs Kanarischen Inseln , topografisch eigentlich zu Afrika . Sie wurden aber vor vielen Jahren von Spanien erobert. Teneriffa liegt ungefähr 300 Kilometer vor der Küste der Westsahara und ist ca. 4400 Kilometer von Berlin entfernt. Mit einem Flieger von easyJet ging es im Direktflug auf die Kanarische Insel . Dort angekommen haben wir uns am Flugplatz einen kleinen VW Polo gemietet, welcher für drei Personen vollkommen ausreichend war. Die Infrastruktur auf Teneriffa ist sehr gut durchdacht. Alles gehört zu Europa , eben zu Spanien , also herrscht hier auch europäisches Recht . Die Verkehrsregeln sind die gleichen wie in Deutschland aber die Strafen sind hier mitunter eher utopisch. Wir würde jedem raten haltet euch hier an die Regeln. Die Tinerfeños sind über Touristen manchmal sehr genervt und fahren deshalb schon mal sehr gerne dicht an eure Stoßstange aber darüber waren wir erhaben. Berliner Verkehr ist viel schlimmer.

Es gibt einen „Autobahnring“ der sich wie ein C um die Insel herum zieht. Die Südautobahn TF-1 fängt ungefähr beim Flughafen Teneriffa Süd an und verbindet ihn auf einer Länge von ungefähr 100 km mit der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife .

Auditorio de Tenerife - Santa Cruz de Tenerife
Auditorio de Tenerife - Santa Cruz de Tenerife

Sie ist neben der Nordautobahn TF-5 welche dort beginnt eine der Hauptverkehrsstraßen auf der Insel. Die Nordautobahn TF-5 verbindet auf einer Länge von ungefähr 40 km die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife über La Laguna bis zur Stadt Los Realejos südlich von Puerto de la Cruz und ist dann irgendwann einfach zu Ende.

Da wir unser Haus am Playa del Socorro, also im Norden Teneriffas hatten, mussten wir gleich mal den kompletten Autobahnring abfahren. Vor ein paar Jahren hatte man auch schon angefangen diesen Autobahnring komplett zu schließen, aber wegen der Finanzkrise vor sechs Jahren, sind die meisten Bauarbeiter einfach abgehauen.

Im Moment geht da garnicht's, obwohl sie schon viele Tunnel in die Berge gegraben haben, es schon Autobahnabfahrten und Zufahrten gibt, vieles schon asphaltiert ist aber noch nicht nutzbar für den Verkehr. Schade.

Teneriffa - Playa del Socorro - Finca El Torre
Teneriffa - Playa del Socorro - Finca El Torre

Unser Haus am Playa del Socorro, die Finca El Torre im Norden von Teneriffa befand sich in einer sehr alten gepflegten und schönen Plantagenanlage, welche mit Bananen und Apfelsinenbäumen bepflanzt war.

Die Zufahrt zur Finca erfolgt direkt von der Hauptstraße, wobei ein erlaubtes Abbiegen nur aus Richtung San Juan de la Rambla möglich war. Wenn man aus Porto de la Cruz kam, musste man an der Tankstelle erst einmal drehen.

Das war bei dem dortigem Verkehr gar nicht so leicht. Das riesige Grundstück war immer durch ein Tor verschlossen und eine recht steile Asphaltstraße führte dann zur Finca hinauf.

Das Haus mit Parkplatz und Terrasse mit direktem Blick auf den Playa del Socorro, wo wir den Surfeschulen zusehen konnten. Unsere Gastgeber waren sehr nette Menschen, welche sich um all unsere Belange sorgten. Danke nochmal.

Drago Milenario - kanarischer Drachenbaum
Drago Milenario - kanarischer Drachenbaum

Teneriffa besteht aus 3 Vulkanen, welche unterschiedlich alt sind. Der geologisch älteste Teil der Insel ist der Anaga-Vulkan im äußersten Nordosten, den kann man als solchen gar nicht mehr erkennen kann. Dort ist alles sehr grün bewachsen.

De Bäume da sind alle sehr wild, krumm und schief. Es ist im Anaga-Gebirge sehr ruhig, schön und urig. Der Kamm des Gebirges, der wegen Nebel und Regen die feuchteste Region der Insel bildet, ist hauptsächlich mit einem herrlichen Lorbeerwald bewachsen.

Typisch für das Anaga-Gebirge sind auch die Wohnhöhlen im Vulkangestein welche man durch reichliche Wanderwege besichtigen kann. Vom Anaga-Gebirge aus ist man dann auch schnell zum Playa de Las Teresitas gefahren.

Dort wurde auf den ursprünglichen üblichen schwarzen Strandsand vulkanischer Herkunft, 1973 weißer Sand aufgeschüttet, der aus der Sahara geholt wurde.

Teneriffa - Mondlandschaft - Pico del Teide
Teneriffa - Mondlandschaft - Pico del Teide

Ein etwa 1000 m langer Wellenbrecher vor dem Strand soll ihn schützen. Er ist ein touristisch und bei den Einwohnern von Santa Cruz de Tenerife, ein sehr beliebter Strand Teneriffas nördlich des Dorfs San Andrés.

Von dort aus nach Hause führte uns der Weg über die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Als Großstädter haben wir ihr nicht so viel Beachtung geschenkt und außerdem war es auch schon spät.

Doch die Konzerthalle, das Auditorio de Tenerife Adán Martín war aber nicht zu übersehen und ein Besichtigungsmuss. Sie erinnert uns irgendwie an das Opernhaus in Sydney.

Die Außenanlage des Auditorio, also die Wellenbrecher sind mit vielen kleinen bunten Portraits bemalt, von ABBA, Elvis, Frank Sinatra und vielen anderen mehr, lustig anzusehen.

Teneriffa - Der
Teneriffa - Der "Elefant" in der Masca Schlucht

Nur wenige Schritte vom Auditorio wurde aus einem gigantischer Müllberg, welcher lange direkt am Meer lag in ein Naturparadies, das Palmetum umgewandelt. Das Palmetum enthält heute die größte Palmensammlung Europas. Dort kann man sich auf angelegten Spazierwegen viele Gewächsen aus aller Welt ansehen. Wenn man es mag.

Gegenüber auf der anderen Seite Teneriffas im Nordwesten, gibt es den Teno-Vulkan. Der ist jünger ist, wie der Anaga, aber ein sehr hohes und ein sehr schroffes Gebirge. Grün ist dort eher selten zu finden es sieht eher aus wie in Schottland.

Und mitten drin zwischen Teno und Anaga ist der Pico del Teide. Er ist der höchste Berg der Spanier und dritt höchste Vulkan der Welt. Nur auf Hawaii sind noch zwei höhere Vulkane. Vom Meeresboden aus misst Pico del Teide über 7500 Meter und der Gipfel befindet sich auf 3718 Meter über dem Meeresspiegel.

Teneriffa - Los Gigantes - Taxiboot Masca
Teneriffa - Los Gigantes - Taxiboot Masca

Der Pico del Teide ist von überall aus auf der Insel gut sichtbar, vorausgesetzt es ist gutes Wetter. Der Komplex Teide-Pico Viejo ist vor ungefähr 100 Jahren das letzte mal ausgebrochen und wenn man dort oben ist sieht alles noch wie frische Lava aus ein totale Mondlandschaft mit sehr vielen Kanareneidechsen.

Was den Teide so besonders macht ist der Nationalpark Las Cañadas del Teide. Der Teide war ursprünglich mal so ca. 5000 Meter Hoch ist dann aber unter seinem Gewicht in sich zusammengesunken und hat dann so einen Trichter um sich herum gebildet aus dem die Spitze des Teide heraus schaut.

Drei Straßen führen zum Teide hoch, welche sehr steil und kurvenreich sind und einem teilweise abenteuerliche Fahrten bescheren kann. Mit einer Seilbahn (Teleférico del Teide) kann man dann auf dem Gipfel fahren. Aber leider ist man dort nicht der Einzige und Parkplätze sind dort auch Mangelware.

Teneriffa - Playa de Las Teresitas - San Andrés
Teneriffa - Playa de Las Teresitas - San Andrés

Wenn man aber schon mal dort oben ist sollte man unbedingt auch die Roques de García besuchen welche an der TF-38 Richtung Westen liegt. Der Roque Cinchado der als Wahrzeichen der Insel gilt.

Er wird auch Steinerner Baum oder Finger Gottes genannt und ist wohl die bekannteste bizarr geformte Turm aus vulkanischem Gestein. Das Gebiet ist Bestandteil des Teide-Nationalparks (Parque Nacional del Teide).

Um auf Teneriffa als Europäer zu überleben, bedarf es nicht viel Veränderungen. Hier gibt’s einen Ikea, mehrere Media Märkte, in jedem größerem Ort einen Lidl und es gibt riesige Supermärkte die Alcampo heißen. Wenn man sich hier eine Ferienwohnung mietet ist man gut in der Lage sich mit sehr gutem Essen zu versorgen. Puerto de la Cruz war nicht weit von unserem Haus entfernt und somit war das einkaufen einfach.

Teneriffa - Loro Parque Tenerife - Orca Show
Teneriffa - Loro Parque Tenerife - Orca Show

Puerto de la Cruz ist das touristische Zentrum der Inselnordküste. Es ist für seine dunklem Strände aus Vulkansand bekannt und vor allem dem Loro Parque, der im Westen der Stadt liegt.

Am alten Hafen von Puerto de la Cruz, befindet sich ein Zollhaus aus dem 17. Jahrhundert sowie die Batería de Santa Bárbara. Das ist eine historische Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert.

Fährt man von hier weiter nach Westen kommt man nach Icod de los Vinos. In Icod de los Vinos steht der Drago Milenario, ein weltweit bekannter Drachenbaum. Noch weiter westlich liegt Garachico.

Garachico wurde am 5. Mai 1706 mit dem Ausbruch Montaña del Estrecho (Volcán Garachico), fast vollständig von der Lava verschüttet.

Naturbecken Teneriffa- Meerwasserschwimmbäder
Naturbecken Teneriffa- Meerwasserschwimmbäder

Allein die Kirche und das Kloster San Francisco aus dem 16. Jahrhundert, die ältesten Gebäude des Ortes, an der Plaza Glorieta de San Francisco, wurden von der Lava verschont. Die Lava sieht man heute noch und kaum war die Lava erkaltet, erbaute man auf ihr die neue Stadt.

Essen auf Teneriffa ist ein Genuss.

Wir können zwei Restaurants empfehlen. Einmal das Bodegőn Plaza Casa Juan in Garachico in der Calle Francisco Martínez de Fuentes 7 und das El Burgado wo man in Buenavista del Nte auf Lavagestein schaut, unter Fischernetzen sitzt und den Sonnenuntergang geniest.

(Die Bezeichnung Buenavista heißt übersetzt so viel wie „schöne Aussicht“ ) Da wo die einheimischen hingehen da ist es preiswert und schmeckt sehr sehr gut.

Beschreibung
Teneriffa - Serpentinen bis auf die Venus

Man isst hier ganz viel Fleisch, jede menge Fisch, viel Polio (Kaninchen), Hühnchen, Kanarischer Gabanzas (Kichererbsen). Gabanzas ist scharfe Salami mit Paprika und das gibt den ganzen rote Farbe und ordentlich Geschmack.

Und der „Puchero Canario“, ein Eintopf, der aus verschiedenen Gemüse- und Fleischsorten zubereitet wird. Er gilt als eines der nahrhaftesten und gesündesten Gerichte der spanischen Küche. Da kommt am Ende des Tages das rein was der Koch noch übrig hat und schmeckt jedes mal anders aber herrlich.

Fährt man die T-21 zum Teide hoch kommt man am Mirador Humboldt (Humboldtblick) automatisch vorbei.

Der Naturforscher Alexander von Humboldt war 1799 ebenfalls hier und es wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel angebracht.

Beschreibung
Teneriffa Kanaren April 2015

Von dort aus hat man einen sehr schönen Blick auf das gesamte Orotava-Tal (Valle de Orotava). Das Orotava-Tal verläuft vom Meer bis auf eine Höhe von knapp 2.000 Meter hoch.

Durch die Passatwinde gibt es dort häufig Wolken mit die meistens im Tal von La Orotava hängen bleiben. Fährt man weiter die T-21 lang, kommt man in die Stadt La Orotava ein kulturelles Schmuckstück.

Die Innenstadt von La Orotava steht unter Denkmalschutz, da es dort viele historische Gebäude gibt. Wir haben uns dort den Liceo de Taoro, ein rot gestrichenen Palast angesehen.

Die Plaza de la Constitución (ein zentraler Platz), die Iglesia de la Concepción (eine barock-klassizistische Kirche) und das Casa de los Balcones (ein Patrizierhaus). Kurzum eine sehr schöne historische Stadt.

288 Kilometer vor der Küste der Westsahara
288 Kilometer vor der Küste der Westsahara

Erjos ein kleines Dorf im Teno-Gebirge. Erjos ist unspektakulär aber mit genügend Parkflächen versehen. Von hier aus konnten wir großartig Wandern gehen. Dazu luden viele Rundwanderwege ein, welche leicht zu gehen und aber auch sehr abwechslungsreich waren.

Unter vielen schönen Lorbeerbäumen verlaufende Wanderwege und immer wieder großartige Ausblicke auf das Teno-Gebirge. Man kann von dort auch ca. 10km nach Masca wandern.

Doch die Straße welche nach Masca führt sollte man auch mal mit dem Auto gemacht haben. Einfach spektakulär! Serpentinen, sehr eng, es kommen ein auch mal Reisebusse entgegen und man wird von Taxis gejagt, kurzum es ist alles dabei.

In Masca haben wir das Auto stehen lassen. Im Restaurante El Guanche " Alte Schule" gefrühstückt und sind dann die Masca-Schlucht abgestiegen.

Santa Cruz de Tenerife - Auditorio de Tenerife
Santa Cruz de Tenerife - Auditorio de Tenerife


Masca liegt auf 650 Meter über den Meeresspiegel und der Abstieg aus dem Bergdorf Masca geht hinunter bis zum Atlantischen Ozean. Dort angekommen geht man kurz baden und fährt dann mit einem Wassertaxi nach Los Gigantes an den Klippen, welche bis zu 450 Meter senkrecht ins Meer abfallen vorbei.

Und wenn man Glück hat sieht man auch einen Wal oder Delfine. Von Los Gigantes aus nimmt man sich dann ein Taxi und lässt sich im Jägerfahrstil zurück nach Masca bringen (ca.20 Euro).

Wenn man kein richtiges Wetter haben sollte kann man den Loro Parque Tenerife in Puerto de la Cruz besuchen. Der Eintritt beträgt 35 Euro und beinhaltet eine Delphine, Orca und Papageienshow. Weiße Tiger und jede Menge Papageien.

Teneriffa ist eine Reise wert. Das Klima, die Strände, Schnee auf dem Teide, wandern, Wale und vieles mehr, immer wieder gerne. Reisebilder Teneriffa