Böhmische Schweiz Oktober 2016

Nördlich von Děčín beiderseits der Elbe liegt als tschechischer Teil des Elbsandsteingebirges die Böhmische Schweiz. Der höchste Berg ist der Hohe Schneeberg mit 722,8 m. Westlich geht die Böhmische Schweiz ins Erzgebirge über und östlich in das Lausitzer Gebirge. Eine Ferienwohnung mieteten wir uns aber lieber auf deutscher Seite genau in dem kleinen Ort Kleingießhübel in der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Am Dorfrand von Kleingießhübel ragt der Kleine Zschirnstein empor, ein Tafelberg. Unsere erste Wanderung ging den Krippen Rundweg entlang. Start war in Krippen am Hotel Grundmühle, wo wir unseren Fiat 500 abstellten. Doch sehr weit sind wir nicht gekommen. Es gab einfach zu viel leckere Pilze dort, die wir nicht einfach stehen lassen konnten. Am nächsten Tag fuhren wir nach Hrensko wo die Kamnitz in die Elbe mündet. Hrensko ist der am tiefsten gelegene Ort in ganz Tschechien 112,5m n. m.. Der Ort ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Böhmische Schweiz. Kurz hinter dem Hotel Praha Hřensko werden für ein gewissen Obolus Parkplätze angeboten. Hier gilt der frühe Vogel fängt den Wurm.



Böhmische Schweiz - Kleingießhübel 2016
Böhmische Schweiz - Kleingießhübel 2016

Die Anzahl der Parkplätze ist sehr begrenzt und ansonsten besteht überall absolutes Halteverbot. Nun liefen wir die Straße weiter Bergauf bis uns der sehr gut ausgeschilderte Wanderweg links in einen herrlichen Wald schickte.

Nach circa 5 Kilometer immer Bergauf erreichten wir das berühmte Symbol der Böhmischen Schweiz, das Prebischtor, die größte Sandsteinfelsbrücke in Europa.

Wegen dem ständig starkem Besucherverkehr darf die aus Sandstein bestehende Felsenbrücke seit 1982 nicht mehr betreten werden. Um ins Wirtshaus und zum oberen Teil des Prebischtores zu kommen, muss man ein geringes Eintrittsgeld bezahlen (ganze 3 Euro).

Vom Prebischtor kann man dann bis zum Großen Zschirnstein hinüber sehen. Von der oberen Aussicht hat man einen sehr schönen Ausblick auf das große Felsentor.

Böhmische Schweiz -Prebischtor 2016
Böhmische Schweiz -Prebischtor 2016

Von der vorderen Aussicht aus hat man einen noch schöneren Ausblick in den Talkessel mit seinen verschiedenen Felsformationen. Nach dem wir uns mit einem Picknick gestärkt haben, ging es wieder bis auf den gekennzeichneten Wanderweg herunter.

Nun liefen wir aber nicht den Weg den wir gekommen sind sondern wanderten talabwärts auf dem Gabrielssteig. Vorbei am Hotel Mezní Louka, dem blau markierten Weg durch einen wunderschönen dichten Fichtenwald und dann weiter bis zur Kamnitz, ein rechter Nebenfluss der Elbe.

Der Kamnitz folgten wir bis zur Wilde Klamm wo eine Bootstation war. Zu Fuß kommt man hier gar nicht mehr weiter. Die Boote mit ca. 20 Personen werden von den Bootsführen gestakt wie in Venedig.

Die Gebühr von 3 Euro wird hier im Boot bezahlt.

Böhmische Schweiz - Wilde Klamm 2016
Böhmische Schweiz - Wilde Klamm 2016

Am Ende der Wilden Klamm verfolgten wir den Bootsführer zu Fuß die Schlucht weiter entlang, zum Teil durch mehrere Tunnel, die in den Felsen getrieben worden sind, bis wir an so eine Art Zollhaus kamen, wo wir die letzte Bootsfahrt des Tages bezahlten.

Wenn man hier zu spät kommt hat man echt schlechte Karten. Das Zeitfenster war von 9:00 – 17:00 Uhr. Nun waren wir in der Edmundsklamm und wurden wiederum mit so einem Kahn gestakt.

Zusätzlich hat der Bootsführer so Felsdeutungen gemacht wie der sieht aus wie ein Elefant und so weiter. Als Spezial kam dann ein Wasserfall, was ein Rohr war aus dem das Wasser kam und vom Bootsführer betätigt wurde.

Am Ende waren wir wieder in Hřensko der kleinen Gemeinde in Ústecký kraj in Tschechien.

Böhmische Schweiz - Schloss Falkennest  2016
Böhmische Schweiz - Schloss Falkennest 2016

Hier haben wir dann in einem kleinem einheimischen Restaurant sehr gut tschechisch gegessen und den Tag schön ausklingen lassen.

Am nächsten Tag war das Wetter nicht unbedingt schön. Also beschlossen wir die Umgebung zu erwandern. Zuerst ging es von Kleingießhübel aus auf den Kleinen Zschirnstein (472,7 m).

Auf breiten Forstwegen geht es auf den kleinen Zschirnstein. Das Gipfelplateau ist bewaldet und an der Nordseite, befinden sich steile Felswände. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf Kleingießhübel und in die Sächsisch-Böhmische Schweiz.

Jetzt wollten wir auch den großen Bruder auch kennenlernen. Also wanderten wir weiter zum großen Großen Zschirnstein (561,74). Neben dem Aussichtspunkt befindet sich eine Nagelsche Säule. Sie erinnerte an August Nagel, den Leiter der Vermessung in Sachsen im 19. Jahrhundert.

Böhmische Schweiz - Elbsandsteingebirge  2016
Böhmische Schweiz - Elbsandsteingebirge 2016

Vom Großen Zschirnstein aus kann man von Nordosten über Süden nach Nordwesten unter anderem folgende Berge, Felsen und Ortschaften sehen. Diese wird auf einer C-Förmigen Tafel auch angezeigt, so das man auch bei schlechten Wetter die Richtung finden kann.

Der Falkenstein, die Schrammsteine, der Tanečnice (Tanzplan), der Große Winterberg, der Zirkelstein, der Kottmar, das Prebischtor, die Mezní Louka (Rainwiese), der Vlčí hora (Wolfsberg), der Jedlová (Tannenberg), die Pěnkavčí vrch (Finkenkoppe),

der Studenec (Kaltenberg), der Zlatý vrch (Goldberg), der Růžovský vrch (Rosenberg), der Ještěd (Jeschken), der Klíč (Kleis), der Bezděz (Bösig), der Buková hora (Zinkenstein) ,

der Lovoš (Lobosch), der Kletečna (Kletschen), der Milešovka (Milleschauer), der Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg) und Dresden. Nun ging es mit dem Auto in den staatlich anerkannter Erholungsort Sebnitz.

Böhmische Schweiz - Neumann Mühle  2016
Böhmische Schweiz - Neumann Mühle 2016

Hier befindet sich der berühmte Modellbahnshop-Sebnitz in der Lange Str. 62. Väter und Modelleisenbahner wissen was das ist. Sebnitz liegt idyllisch am nördlichen Übergang vom Elbsandsteingebirge zum Lausitzer Bergland direkt an der deutsch-tschechischen Grenze.

Wir fuhren über die Grenze nach Wölmsdorf um mal gut zu Essen, doch was wir dort sahen versetzte uns in unsere Kindheit zurück. Wir fuhren lieber wieder nach Sebnitz und aßen dort.

Nun besuchten wir mal wieder das Kirnitzschtal, wo wir ja schon 2014 einmal waren. Wir besuchten die Neumann Mühle, ein Technisches Denkmal, am Eingang Großer Zschand, das längste Trockental der Sächsischen Schweiz.

Die Neumann Mühle ist die einzige Mühle welche noch annähernd ihre ursprüngliche Gestalt besitzt. Dieses Sägewerk arbeitete noch bis 1957. Danach wanderten wir weiter zum alten Zeughaus was heute als Restaurant dient.

Böhmische Schweiz - Festung Königstein  2016
Böhmische Schweiz - Festung Königstein 2016

Für unsere nächste Wanderung fuhren wir nach Rathen, stellten unser Auto auf dem Parkplatz ab und setzten mit der Pendelfähre eine Gierseilfähre über. Nun wanderten wir immer an der Elbe lang bis nach Königstein (Sächsische Schweiz) eine Stadt im Südosten Sachsens.

Dort die Festung über uns stärkten wir uns erst einmal und nahmen dann den Nordaufstieg zum Lilienstein. Der Lilienstein ist das Symbol des Nationalparks Sächsische Schweiz und einer der markantesten Berge überhaupt (415,2m).

Der Lilienstein wird von der Elbe an drei Seiten umflossen. Oben angekommen gibt es ein Gasthaus in welchen man auch noch im Oktober rasten kann.

Auch ein 16 Meter hoher Wettin-Obelisk ist oben auf dem Liliensteins zu besichtigen, welcher vom Gebirgsverein der Sächsischen Schweiz 1889 errichtet wurde. Runter nahmen wir dann den Südaufstieg, und stellten fest das wir richtig herum gewandert sind.

Böhmische Schweiz - Lilienstein  2016
Böhmische Schweiz - Lilienstein 2016

Also wieder bis Rathen mit der Fähre über und zurück. Am nächsten Tag ging es dann noch mal ins Kirnitzschtal weil es einfach zu schön ist dort. Diesmal nahmen wir den Goldsteig- Wanderweg.

Beginnend wieder an der Neumann Mühle, dann den großen Zschand bis zum ersten Weg hinterm altem Zeughaus hoch. Bis man den Goldstein vor sich hat und davor geht dann links ein schmaler Trampelpfad immer an der Felsenkante entlang bis zur Richtergrotte.

Hier haben wir ein kurzes Picknick gemacht. Weiter geht‘s bis zum Katzenstein. Früher konnte man über den Fremdenweg bis zum nahe Prebischtor weiter wandern. Heute ist das aber absulute Nationalpark-Kernzone und das mit Recht.

Am oberen Ende der Richterschlüchte findet man dann das Krinitzgrab.

Böhmische Schweiz - Kamnitzmündung  2016
Böhmische Schweiz - Kamnitzmündung 2016

Der 19-jährige Student Gotthard Krinitz konnte damals noch den Fremdenweg nehmen, bezahlte ihn aber mit seinem Leben. Viel weiter haben wir uns dann auch nicht mehr getraut. Google Map konnte uns da auch nicht helfen.

Also wanderten wir den wunderschönen Weg den wir gekommen waren am Goldstein wieder vorbei zurück zur Neumann Mühle.

Die Schönheiten der Böhmischen und Sächsischen Schweiz können wir immer immer wieder empfehlen. Wer gerne wandert, durch eine zauberhafte Natur des Nationalparks Böhmische Schweiz, wer gerne gutes Essen und köstliches Bier genießt ist hier gut aufgehoben.

Seit dem 19. Jahrhundert ist diese Landschaft ein beliebtes Wanderreiseziel. Die wilden wunderschönen Wälder, die Felsentürme aus Sandstein, die tiefen Täler und unzähligen Aussichten werden Sie begeistern. Reisebilder Böhmische Schweiz