Harz - Wanderungen - Juli 2020

Wir wollten aus einem wichtigen Grund mal ein Familientreffen veranstalten und entschieden uns für den Harz. Der Harz ist ein deutsches Mittelgebirge und das höchste Gebirge Norddeutschlands. Er liegt in den Landkreisen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Brocken ist mit 1141,2 m ü. NHN der höchste Berg des Harzes und gleichzeitig das Markenzeichen. Im Harz gibt es ausgedehnte Wälder, tief eingeschnittene Täler mit wilden Flussläufen und Wasserfällen sowie Stauteiche und Stauseen. Vielerorts gibt es Zeugnisse einer langen Siedlungsgeschichte. Der Harz ist ein absolutes Wandergebiet. Doch wir sind diesmal nur zur Erholung hier. Wir haben uns ein großes Haus im Ferienpark Merkelbach im sogenannten Elchpark gemietet. Dort gibt es das wohl weltgrößte Blockhausrestaurant im Harz.Elche waren nicht so viele da genau genommen eine alte Elchkuh Molly. Mit uns gleichzeitig ist ein Elchjunges angereist, welches seine Mutter verloren hatte und das wollten sie dort aufpäppeln. Der Elchpark befindet sich gut versteckt und Handyfrei im tiefen Wald bei Friedrichsbrunn. Das Navi findet es gar nicht und der Weg dorthin ist Teilweise Panzerstreckenähnlich.




Harz - Reisebericht
Harz - Hexentanzplatz - Rosstrappe - Bodetal

Friedrichsbrunn liegt wiederum nahe Thale einem sehr beliebten und bekannten Ort im Harz. Somit waren wir nicht weit weg vom Hexentanzplatz und der Rosstrappe. Diese beiden Orte besuchten wir somit auch als erstes und besorgten uns 2 Tickets einmal für die Seilbahn und dann noch für den Kabinenlift. Mit letzterem sind wir dann zuerst zum Hexentanzplatz hochgefahren. Die grünen Gondeln hatten einen Glasboden so dass man schön nach unten schauen konnte. Oben angekommen erwarteten uns die typischen Touristenfallen mit Souvenirshops und diversen Geldfallen. Doch dann der grandiose Blick ins Bodetal und hinüber zur Rosstrappe ist vom Hexentanzplatz aus überwältigend! Man schaute in eines der spektakulärsten Täler des Harzes, dem Bodetal und konnte schön das dort unten liegende Gasthaus Königsruhe sehen. Die Sage welche wir schon aus Kindheitszeiten kannten besagte das die Riesen Bodo und Brunhilde im Harz fangen gespielt haben und Beide sind zum Schluss mit ihrem Pferd vom Hexentanzplatz aus über das Bodetal gesprungen. Sie ist gerade so an der Rosstrappe angekommen. Dort hinterließ der Aufprall des Pferdehufes einen





Harz - Rappbodetalsperre
Harz - Rappbodetalsperre - Hängebrücke

tiefen Abdruck im Gestein. Der Felsen erhielt später den Namen Roßtrappe. Diesen hinterlassen Hufabdruck kann auf der anderen Seite des Bodetals bestaunt werden. Bei ihrem waghalsigen Sprung über die tiefe Felsschlucht verlor die Prinzessin jedoch ihre schwere goldene Krone. Leider haben wir die nicht gefunden. Nachdem wir die Sommerrodelbahn (Harzbob) getestet hatten sind wir dann mit Gondel wieder runter und mit dem Sessellift wieder hoch zur besagten Rosstrappe. Nach Besichtigung Dieser wanderten wir zu Fuß, einen wunderschönen ca. 4 km langen Waldweg runter bis nach Thale zu unserem Auto. Am nächsten Tag fuhren wir zur Rappbodetalsperre. Wir waren vor vielen Jahren schon einmal über Weihnachten hier und da war keine Menschenseele dort und eine Hängebrücke gab es auch noch nicht. Als wir jetzt mit unseren Auto ankamen sahen wir schon Kilometer weit vorher Autos an den Straßenrändern und Leute zu Fuß laufen. Als wir über die Talsperre durch den Tunnel fuhren war gleich rechts ein Parkplatz und wir hatten Glück und bekamen einen.





Harz - Harzer Hexen Stieg
Harz - Harzer Hexen Stieg - Fernwanderweg

Trotz Corona waren hier so viele Menschen wie sonst nur zum 1. Mai in der DDR. Neben der Staumauer findet man dann die mit 458,5 m derzeit längste Hängeseilbrücke ihrer Art. Diese haben wir dann überquert und sind dann auf der Staumauer wieder zurück, weil die Brücke aus Coronagründen nur als Einbahnstraße begehbar war. Danach sind wir wieder nach Thale. Der Harzer Hexen Stieg ist einer der beliebtesten Fernwanderwege Deutschlands und führt direkt durch das wunderschöne Bodetal. Diesen sind wir dann bis zur Teufelsbrücke auch gewandert. 230 Meter steigen schroffe Felswände fast senkrecht auf und quetschen die Bode in ein enges Flussbett. Auf den Gipfeln liegen der berühmte Hexentanzplatz und die Rosstrappe wo wir ja am Vortag waren. Wir sind auch einmal durch das Kyffhäusergebirge gefahren und haben die Barbarossahöhle besucht. Sie ist eine von zwei zugänglichen Anhydrithöhlen auf der Welt. Die Höhle umfasst weite Hohlräume, Grotten und Seen. Der Anhydrit wandelt sich durch die Luftfeuchtigkeit in der Höhle oberflächlich zu Gips um und nimmt dabei an Volumen





Harz - Barbarossahoehle
Harz - Barbarossahoehle - Kyffhäusergebirge

zu. Die so entstehenden Gipsschichten lösen sich allmählich vom Untergrund ab und hängen ähnlich wie abfallende Tapeten an den Decken und Wänden der unterirdischen Hohlräume. Sie besticht durch die bizarren Gipsformationen und die vielen einmaligen Spiegelungen. Da wir dort Probleme mit unserm Mietauto hatten war der Tag kurz und hektisch. Wir haben natürlich auch eine Fahrt mit Harzer Schmalspurbahn gemacht und haben kurz einmal durch das Selketal fahrend Alexisbad besucht. Dort ist uns ein ehemaliges Erholungsheim der Deutschen Reichsbahn aufgefallen, welches leider dem Verfall überlassen wird. Ansonsten können wir sagen dass die Harzer Schmalspurbahn gepfefferte Preise hat. Für das Geld sind wir woanders schon bis hoch auf einen Vulkan gekommen. Auch waren wir mit der Schmalspurbahn in Güntersberge wo wir das Mausefallen und Kuriositätenmuseum besucht haben. Dort hat uns eine ältere Frau auf lustige und interessante Weise Mausefallen und Kloschüsseln präsentiert. Als wir dort fertig waren rasten wir zur Burg Falkenstein, wo um





Harz - Harzer Schmalspurbahn
Harz - Harzer Schmalspurbahn - Selketal

17:00 Uhr die letzte Vorstellung sein sollte. Wir kamen eine Minute vor der Angst unten am Zuckelbus an bevor er ein letztes mal los fuhr. Oben auf der Burg gab es dann eine Falknervorstellung. Ein Falkenhof zeigt dort unterschiedliche Greifvögel, wie Falke, Uhu oder Adler, zwar nicht auf der Jagd aber im freien Flug. Die Geschwindigkeit des Federspielfalken oder der Sturzflug des Adlers aus ungeahnten Höhen bilden schon ein schönes Erlebnis. Die Burg Falkenstein ist eine hochmittelalterliche Höhenburg im Harz. Erbaut wurde sie zwischen 1120 und 1180. Die Burg war Filmkulisse in ca. 30 Film- und Fernsehproduktionen, unter anderem in der siebenteiligen Kinderserie des DDR-Fernsehens Spuk unterm Riesenrad. Wir spazierten also auf den Spuren von Rumpelstilzchen, dem Riesen und der Hexe durch die Burg. Zum Abschluss rasten wir wiederum nach Güntersberge, da wir dort bei unserem Museumsbesuch ein kleines aber feines Restaurant gefunden hatten, in welchem wir gerne zu Abend essen wollten. Obwohl schon Küchenschluss war, warteten sie nach unserem Anruf auf





Harz - Burg Falkenstein
Harz - Burg Falkenstein - Spuk unterm Riesenrad

uns und bereiteten uns ein leckeres Essen. Vielen Dank noch einmal an die sehr sympatische „Schmunzelstube am Bergsee“. Nun an unserem Abreisetag beschlossen wir noch die Langensteiner Höhlenwohnungen in der Nähe von Halberstadt zu besuchen. Zunächst besuchten wir die 10 Höhlenwohnungen am Schäferberg, welche in Form eines Straßenzuges angelegt wurden. Die wohl erste Wohnung bestand hier seit 1787. In der Zeit von 1855 bis 1858 wurden dann zehn Wohnungen in den Sandsteinfelsen am Schäferberg gehauen. Dann kletterten wir noch auf den Berg mit der ehemaligen Altenburg. Auch dort gab es noch zwei sehr gut erhaltene Höhlenwohnungen. Oben angekommen war da noch eine alte Wasserhöhle und wir hatten einen herlichen Ausblick über Langenstein bis zum Dom von Halberstadt. Der letzte Troglodyt, wie die Höhlenbewohner genannt wurden, verließ seine ungewöhnliche Heimstätte erst 1916 und bis heute kann man die Wohnhöhlen an der Höhlenstraße am Schäferberg und auf der Altenburg besichtigen.





Harz - Langensteiner Höhlenwohnungen
Harz - Langensteiner Höhlenwohnungen

Fazit
Zum Abschluss unserer Harzreise können wir sagen, dass wir zwar nicht so viel und weit wie Goethe, Heine und Fontane gewandert sind. Das war diesmal ja auch nicht das Ziel. Feststellen konnten wir aber, das auch der Harz, zumindest schon mal an seinen Highlights wie Brocken, Hexentanzplatz und Rappbodetalsperre, vom Massentourismus überschwemmt wird und das trotz Corona. Der Harz soweit wir ihn kennen ist zu allen Jahreszeiten zum Wandern einen Besuch wert. Früher war es Skisport - Hochburg aber das wird wohl bald ein Ende haben. Die Sprache der alt Eingesessenen muss man mögen und deuten können. Sie sind oft sehr schroff aber trotzdem sind es nette Menschen. Unser Ziel war es diesmal ein Familientreffen zu gestalten und es war für alle Beteiligten ein wirklich bleibendes und erholsames Erlebnis. Wir werden immer wieder gerne kommen, denn Berlin ist nicht so weit weg und es gibt noch viel zu entdecken.



Siehe auch

Weblinks

Harz - Hexentanzplatz - Burg Falkenstein Reisebericht

Der Harz, bis ins Mittelalter Hart (‚Bergwald‘) genannt, ist ein Mittelgebirge in Deutschland und das höchste Gebirge Norddeutschlands. Er liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Anteil am Harz haben im Westen die Landkreise Goslar und Göttingen, im Norden und Osten die Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz und im Süden der Landkreis Nordhausen. Der Brocken ist mit 1141,2 m ü. NHN[1] der höchste Berg des Harzes und Sachsen-Anhalts. Im Harz, der von artenreicher Flora und Fauna geprägt ist, gibt es ausgedehnte Wälder, teils landwirtschaftlich genutzte Hochflächen, tief eingeschnittene Täler mit wilden Flussläufen und Wasserfällen sowie Stauteiche und Stauseen. Vielerorts gibt es Zeugnisse einer langen Siedlungsgeschichte. Zudem sind Wintersportgebiete vorhanden, und der Harz ist Wandergebiet. Der Harz enthält den Nationalpark Harz, drei Naturparks (Harz (Niedersachsen), Harz/Sachsen-Anhalt und Südharz) und das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz. Das Mittelgebirge liegt im Südteil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen. Im Harz und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich mit Goslar, Quedlinburg, der Lutherstadt Eisleben und dem Rammelsberg sowie dem Oberharzer Wasserregal zahlreiche UNESCO-Weltkulturerbestätten. © Wikipedia

Routenvorschlag

Strecke in Kilometer

Startpunkt

Zielpunkt

Auf dem Goetheweg zum Brocken ca. 18 km (Hin- und Rückweg) Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus Brocken ca. 390 Höhenmeter
Harzer Hexenstieg ca. 100 km Osterode am Harz Thale
Unterwegs zu den Luchsen ca. 8 km (Rundwanderung) Haus der Natur in Bad Harzburg Anstieg 220 Höhenmeter
Durch das Ilsetal zur Plessenburg ca. 13 km (Rundwanderung) Nationalparkhaus Ilsetal Anstieg von ca. 300 Höhenmeter
Durch das Eckerloch zum Brocken ca. 10 km (Hin- und Rückweg) Nationalparkhaus Schierke Aufstieg über z.T. große Steine von ca. 500 Höhenmeter
Rund um das Große Torfhausmoor ca. 4,5 km (Rundwanderung) Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus leicht – bequeme Wanderung auf guten Waldwegen
Rundwanderweg Oderteich ca. 4,5 km (Rundwanderung) Parkplatz am Oderteich leicht – einfache Wanderung
Rund um Lonau ca. 10 km (Rundwanderung) Rangerstation im Dorfgemeinschaftshaus Lonau leicht – Wanderung ohne nennenswerte Höhenunterschiede